Rassismus in 2020

Bierdeckel gegen Rassismus
28. Juni 2020
Show all

Rassismus in 2020

Der Rassismus, den wir allerorten beobachten - und den andere an jenen Orten erleiden - ist ein Resultat einer Denkweise, die insbesondere in unserer westlichen Welt vorherrscht und gepflegt wird.
Unsere "westliche Welt" - was meine ich damit?
Deutschland, Europa, Amerika - alle Länder, die sich aufgrund ihres individualdenkenden, logikbasierten, wissenschaftsorientierten Wirkens zu Konsumgesellschaften entwickelt haben.
Die Denkweise, die ich meine und die uns allen innewohnt, mit der wir aufwachsen, durch die wir geprägt und sozialisiert werden, nennt sich Identifizierung. Wir alle identifizieren uns:
Wir sind Menschen, Frau oder Mann, Deutscher oder Libanese oder Grieche, evangelisch oder jüdisch, muslimisch oder katholisch, Vegetarier oder Veganer, Hertha- oder Bayern-Fan, Nike- oder Adidas-Träger, HipHop oder Rock und so weiter und so fort.
All diese Identifizierungen bewirken auf der "Haben-Seite", dass wir uns zugehörig fühlen, was uns Kraft gibt und bestärkt.
Was sie aber auch bewirken, ist Exklusion:
Wir packen uns in Schubladen, die uns vermeintlich definieren - und akzeptieren die vermeintlich Gleichgesinnten, weil wir uns über die Tatsache, dass wir beide Hertha-Fans sind oder Veganer, freuen und es uns ermöglicht, einen Draht aufzubauen.
Dabei kann dieser Hertha-Fan durchaus ein Arschloch und Rassist sein, ebenso wie der Veganer ein Idiot und Extremist sein kann.
Rassismus fußt auf eben diesem Problem der Identifikation:
Wenn wir uns nicht als glückliches und freudvolles Selbst dankbar und demütig der Tatsache erfreuen können, dass wir auf diesem Planeten leben, wandeln und tatsächlich nahezu alles tun und lassen können, was wir wollen, sondern uns in Schubladen packen, um uns "zugehörig" zu fühlen, beschränken wir uns - und damit auch andere.
Denn wer nicht in unser Schema, in unsere Schublade passt, wird nicht inkludiert, sondern ausgeschlossen.
Dass Rassismus an sich Schwachsinn ist, habe ich oft genug erklärt:
Es ist der verzweifelte Versuch, andersartigen oder anders aussehenden Menschen die Rechte abzusprechen, die man selbst genießt.
Was wir alle - was die Welt braucht, ist Inklusion, Offenheit, eine Bereitschaft, uns von unseren Identifikationen zu lösen und uns gegenseitig als das anzuerkennen, was wir sind:
Menschen, die zur gleichen Zeit auf dem gleichen Stück Erde existieren.
Erkenne, das es nicht das ist, was Du bist, sondern das, was Du tust, dass Dich aus- und den Unterschied macht.
Wenn wir uns gegenseitig mit Respekt, Toleranz und Wohlwollen begegnen, können wir unsere Gesellschaft, unser ganz eigenes kleines soziales Umfeld prägen und ein großes Stück verbessern.

Fang bei Dir an - und lebe es vor!
0